Jugendforscherin erklärt die Generation Z

Lernforum Keynote: Wie tickt die Generation Z?

Wie lebt und erlebt die Generation Z ihren Alltag? Was bedeutet dies für Schulen und Unternehmen? Wie können Eltern die Zukunft ihrer Kinder mitgestalten?

Antworten auf diese Fragen bekamen die Besucher bei unserer 1. Lernforum Keynote am 24.01.20. Zahlreich war Fachpublikum wie Pädagogen, Therapeuten und Ausbilder sowie interessierte Eltern und Familien unserer Einladung gefolgt. „Ich bin hier, weil ich meine Enkel nicht verstehe“ schmunzelte ein älterer Herr.

Forscher führten Gespräche mit Jugendlichen
Die Referentin Wiebke Jessen von der SINUS:akademie Heidelberg beschäftigt sich seit Jahren mit den Wünschen und Ängsten von Jugendlichen. Für die aktuelle Sinus-Jugendstudie sprachen die Forscher mit Jugendlichen von 14 bis 17 Jahren, um die soziokulturelle Vielfalt der jugendlichen Lebenswelten in Deutschland abzubilden. Exemplarisch für die Forschungsergebnisse stellte Wiebke Jessen drei dieser Lebenswelten vor.

Konservativ-Bürgerliche Jugendliche sehen sich nach Sicherheit
Die „konservativ-bürgerlichen Jugendlichen“ sind laut Jessen sehr pflichtbewusst, sehnen sich Sicherheit und einer planbaren Normalbiografie. „Solche Jugendliche legen großen Wert auf Gemeinschaft“, sagte sie. Deshalb seien sie oft in Vereinen, Verbänden oder auch in der freiwilligen Feuerwehr zu finden.

Die „Expeditiven“ haben klare Ziele
Ganz anders ist die Lebenswelt der „Expeditiven“. Als erfolgs- und lifestyleorientierte Networker sind sie auf der Suche nach neuen Grenzen und unkonventionellen Erfahrungen. „Sie wollen raus, haben klare Ziele und wollen sich selbst verwirklichen. Sie vernetzen sich, grenzen sich aber auch gerne ab“, so Jessen. Von Lehrern oder Gesprächspartnern erwarten diese Jugendliche hohe Kompetenz und Leistungsorientierung.

Die „materialistischen Hedonisten“ sind konsum- und markenorientiert
Auch die „materialistischen Hedonisten“ wurden von der Forscherin erklärt. „Diese Jugendlichen sind sehr konsum- und markenorientiert“, so Jessen. Mit ihrer klaren Fokussierung auf den Mainstream seien Kleidung, Schuhe und Modeschmuck diesen Jugendlichen als Garant für Anerkennung äußerst wichtig.

Den Perspektivwechsel wagen
Es gibt nicht diese eine, auf alle zutreffende Lebenswelt der Generation Z, so das Fazit von Jessen. Vielmehr sei es wichtig zu hinterfragen, aus welcher Lebenswelt die Jugendlichen genau kommen, die man erreichen möchte und deren Ansprache darauf abzustimmen. „Wagen Sie den Perspektiv-wechsel und denken Sie nicht nur aus ihrer eigenen Lebenswelt heraus“, so der Rat von Jessen an die Zuhörer.

Angeregte Diskussion
Anschließend fand die Podiumsdiskussion mit Balingens Oberbürgermeister Helmut Reitemann, Realschulrektor Michael Damm, Lea Irion und Wiebke Jessen statt. Moderiert wurde diese von Sven Brandelik. Angeregt diskutierten die Gäste über Themen wie Generationenkonflikt und „Fridays for Future.“

Ein Mitschnitt des Vortrages und der Diskussion ist als Podcast in Kürze zugänglich!

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